No idea!

Mittwoch, 16. April 2008

Eat Skull – Dead Families 7" [2008, Skulltones]

Für all die Boys und unvernünftigen Girls, die sich im investigativen Unterwegssein im Undergroundtagesgeschäft verstehen und es gerne im Brustbeutel spüren, wenn sie Qualität einkaufen (Scheiß auf die Seychellen!), ist eiliger Ratschlag fällig, sich nach einer Band umzuschauen, die auf den den sympathischen Namen EAT SKULL hört. Dead Families – ihre zwoite 7inch – war innerhalb eines dann doch verdammt schnell vergehenden Tages ausverkauft, was natürlich zu wunderbar anschaulichen Ebay-Geboten geführt hat („nur noch Idioten kaufen Platten“ höhö). Ein Longplayer auf Siltbreeze folgt außerdem. Das ist kulturelles Kapital, bei dem naive x-zehnjährige anfangen, an Ruhestand zu denken! Doch bevor auf die verwöhnte Szene im Spotlight losgerotzt wird, sollte das Thema schnell in Richtung Musik verlagert werden, denn in diesem Bereich regiert Dead Families durchaus!
Verantwortlich dafür ist wohl die Tatsache, dass es sich bei Eat Skull keinesfalls um x-beliebige Huckepackbazillen handelt, die gemerkt haben, dass man mit Boombox-Aufnahmen im Moment mehr wirkliche Aufmerksamkeit einheimst, als durch groß inszenierte Sachen mit Kruzifixen. Nein, wir haben es hier mit jemandem zu tun, der durchaus weiß, wie man „Dues“ blecht: Rob Enbom, Gitarrasingsang in Eat Skull, Mitglied der aktuellen Inkarnation der großartigen Hospitals, ehemals auch bei Gang Wizard und in der Lambsbread-Clique in Delaware unterwegs – wo er oben druff noch ’ne Band mit Beth von Times New Viking startete. Heißt: teilt sich Dope, Equipment und Girls mit so ’ner Art Traumclique und ist vor allem an einem Projekt beteiligt, für das oben genannte Bands gerne pseudo-enzyklopädisch in Strichpunktlisten aufgeführt werden: Der Dekonstruktion Des Rock. Von mir sind keine Stottereien zu diesem Thema zu erwarten, das so beschissen laaaaaaaaaame ist, dass ich das lieber Vampire-Weekend-Typen aus gutem Hause überlasse. Is’ auch voll egal, da es im Falle von Eat Skull keinerlei Rolle spielt. Was einen hier erwartet, sind eher Hochdruckgebläse im Wenigakkord-Sinne VUscher Provenienz, denen etwas anhaftet, was man im interessanteren des derzeitigen Garagen-Rock-Geschehens durchaus häufiger beobachten kann: überraschende Sorgfalt in der Wahl der eigenen Mittel gepaart mit einer verkehrten Form handwerklichen Könnens. Auf den ersten Blick mag eine Platte relativ uninteressant klingen, da man sie recht fix wegsortiert kriegt: klingt wie Band XY oder obskurereXYfürdiecredibility mit der Aufnahmequali von Times New Viking/Psychedelic Horseshit, das Leben ist so langweilig, blablabla. Erstens muss man jedoch wissen, dass oben genannte Imo-Regenten des Rockglobus den Shit nicht erfunden haben und man außerdem durch derartige, vermeintlich hippe Oberflächeleien mit
Dead Families ’ne astreine Single verpassen würde, bzw. gleich aufhören kann, Rock zu hören. Beginnend mit diesem wunderbar unheilvollen Orgel-Blast, reicht ihr tatsächlich vorhandener Spannungsbogen von durch Nebel von Sister-Ray-Abrasivität immer wieder durchscheinenden alten Bekannten der poppigen 60er („Dead Families“) über dem Negative Approach folgende Brutalität („I’m Insane“) hin zur schmaltzy Auflösung-in-Hymne, die verdammt nochmal „No Intelligence“ heißt. Sujet sollte allein durch die Titel klar sein.
Also, sollte die Repress-VÖ auch am verkatertsten Scheißmontag deines Lebens sein: schlepp dich vor den PayPal-Account, es wird sich lohnen.
http://www.myspace.com/eatskull

Samstag, 12. April 2008

Diet Cola – Early Learning 7" [2008, armyofbadluck]

Es ist echt nicht cool, über diese Band zu schreiben. Warum? Das Cover is ’n Tacken zu stylisch, ’n Typ von Deerhunter is’ in der Band und außerdem könnte man sie in die übelst dämliche Schublade stecken, die wahrscheinlich in den letzten Jahren aufgemacht wurde: man nennt es Shitgaze, Practice Rock und hat noch viele andere schlimme Bezeichnungen dafür. WEIRD PUNK?! Nicht dein Ernst! Das ist so dermaßen armselig, dass der NME ’n verdammten VICE-Typen angeheuert hat, um darüber zu schreiben, verstehst du?!
Also, scheißen wir gemeinsam auf ein Genre, das sich Kerle ausgedacht haben, die ihre luziden Marketingstrategien gerne im Deckmantel des Journalismus unterbringen, dabei nicht merken, dass sie lediglich indifferente Indie-Idioten bedienen und Satans Schwanz ihre Mandeln röstet. Das ist nicht unser Thema – keine Angst!
Review startet... JETZT: Keine Ahnung, wo Diet Cola her kommen und was die sonst schon so gemacht haben. Der Deerhunter-Link muss reichen. Rest musste selber checken! Wofür ist schließlich alles vernetzt? Damit ich dir den Kram raussuche? Nee...
Diet Cola. Doofer Name. Also, hab ich die Band (of course) direkt ausgecheck. Ihre Single is’ ’ne komplett auf geilo gepolte Mixtur aus rumpelnden Beats, krachigen Cymbals, hysterischen Vocals und vor allem Synthies direkt aus den Dungeons unserer verschwendeten girl-o-phobischen Kindertage. Dazu im Allgemeinen: Gimmicks galore in Klang und Struktur.
Nachdem die Speed-freak-Keys nicht wissen, ob sie sich über dem Riff von A-Seiten-Opener „Early Learning“ Weltraumschlachten liefern oder Gruselsounds und Sirenenportamenti rauswürgen sollen, wird mit dem Synth-Break (jaa, dies ist eine Synth-Punk-Platte!) ziemlich genau in der Mitte der erste wirkliche Geilo-Punkt erreicht – Spannungsaufbau total auf Coolness im hirnamputierten Sinne gebürstet. In der folgenden Explosion entlädt sich das Ganze dann in einem Hauptriff, das jederzeit kurz davor ist, im Gesamtsound unterzugehen. Ihr seht: Classic lofi tactixxx! „Wicked Witch“ ist fast der Comic-lastigste Track der 7inch, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass er eine verdammte Horror-Lullaby-Bridge hat, in der Pseudogruselsingsang lediglich durch Analogsynthieglocken(!) untermalt wird. Das B-Movie-Kerker-Ding wird auch mit „Sick Modern“ auf der B-Seite weitergeführt, allerdings wird dir nach ner Minute ein 5sekündiges Blues-Hardrock-Unisono von Zerrvokals und Leadgitarre aufgetischt. Phat! Auch der letzte der 4 Tracks kommt nicht ohne Zwinkereinwurf aus. In „Anything Poisonous“ ist das ein unglaublich dämlicher Düsterballaden-Bit mit den Zeilen „A-ny-thing / To poi-son us“. Voll keine Ahnung, was der oder die Kerle sonst so singen und ob ich mich in ein paar Monaten noch an die Band erinnern kann, will ich gar bezweifeln. Du bekommst hier ne ordentliche Portion Spaß aber nichts, weswegen du wen wecken musst.
http://www.myspace.com/diedietcolala

Das hier geht an Euch!

Hey Leute, ein paar Worte zu diesem Teil hier:
Ich hab schon länger die Idee mit mir rumgeschleppt, einen dieser doofen Blogs zu starten, um mich dem Thema zu widmen, das so ziemlich 80% meiner Wachzustände bestimmt: Mooseek. Jawohl. Und das (zumindest zumeist) auf fuckin’ streeeeeeet level, maihnn! Der Grund, warum ich allerdings nicht sofort nach dem ersten Lesen eines mich jenseits von Glauben und Tod inspirierenden Blogs angefangen habe, meine Grauzeller in einem Anfall von Hirn-Hand-Augen-Koordination zu jedem Thema, was mich in vermeintlich hippen Foren/Blogs/Mags und anderen Empfehlungsumschlagplätzen und Diskussionsmöglichkeitchen gleich doppelt penetrierte, zu entleeren, war das Auf-den-Plan-treten eines alten Trinkkumpanen. Leerer Blick und die Frage: „W.a.r.u.m.?“ Immer, wenn dieser Sack Kacke auftaucht, gehen Monate meines Lebens dafür drauf, mir immer und immer wieder dieselbe Frage zu stellen, ohne auch nur ansatzweise einem Licht, ’ner Bahnhaltestelle oder ’ner Flasche Wasser näher zu kommen. Repetitive Muster so ätzend wie der schreienede Crescendo-Onkel, der mir bis zu meinem 12. Lebensjahr in der heimischen Heia immer wieder im Döszustand einen Besuch abstattete.

Gleiche Sache mit den Blogs: „Warum?“ Du kennst die Argumente: jederschreibtjetztseinleereshirntrockenundverpestetdieschlaueluftundsorgtdabeifürevilco²undblablablablabla. Das ist das conscious-Feulletonisten-Argument. Außerdem – und das war eher mein Prob – gibt es so unfassbar viele, großartige Leute, die die „Szenen“ direkt vor ihrer Haustür haben, vernetzt in und durch Kumpelhaftigkeit, scheinbar eine Standleitung zur großen, wunderbaren Mundpropaganda besitzend, die dann doch das Wahre ist. Was will man da ausrichten? Auf englisch zu schreiben und so einen Beitrag zum globalen Underground-„Diskurs“ zu liefern, konnte für mich nie ernshaft zur Debatte stehen.
Problem #2: Im Heimatterritorium Deutschland gibt es leider keine brauchbaren DIY-Strukturen, für die es sich lohnen würde, seinen Native-Senf in Form eines Suchmaschienen-Entries einzusetzen. Es gibt in der Tat Bestrebungen und gute Leute. Ich habe sie gesehen! Allerdings macht das Unterfangen einen alles andere als fidelen Eindruck. Es wirkt eher durch importierte Lebenserhaltungsmaßnahmen aus den kreativen Imperien dieser Welt künstlich am Leben gehalten. Versteht mich nicht falsch! Ich habe nicht vor, mich über die Kümmerlichkeiten deutschen DIYs auszukotzen. Das wäre dämlich und gemein! Aber dazu mehr, wenn ein konkretes Objekt vorliegt.

Warum liest du trotzdem diesen Mist?
1.) Wer zur Hölle gibt ’n Scheiß drauf, ob unser intellektueller Melmac explodiert, weil zu viele Idioten ihre Heißluftgebläse anschalten? Ist wahrscheinlich das Beste, was uns passieren kann!
2.) Punkt Numero zwei wird von mir schön nüchtern und mit der nötigen Portion Manieren präsentiert, weil ich keine Lust habe, wie ein dämlicher, abgefuckter Teenager im Krieg mit sich selbst zu wirken. Also, zweiter Grund lautet: aktuelle Situation der Musikschreibe in diesem s***** ********** ********. Understand?
3.) Ich liebe Mooseek nicht, weil sie neu oder sowas ist und so will ich auch über sie schreiben. Es gibt keine innovative Musik. Namedropping? Obsolet. Ich find das recht fresh und anders.

So, ich fürchte ein widerlich prätentiöses Stück Scheiße abgeliefert zu haben und kann Euch somit beunruhigt in meine nichtsnutzenden „Recommendations, Rants and Ravings“ entlassen. Funfun-funfun-funfunFUN!