Erster Black-Metal-Post – check!! Die bis heute verstrichene Zeit, die mich wie'n untrve'n Poser aussehen lässt, soll nun durch ordentlich Weirdness kompensiert werden:Ich denke, jeder, der sich in irgendeiner Form mit der verklärtest-schwärzesten Form d. Rock beschäftigt, ist in Reviews schon mal über das Apokalypse-Klischee gestolpert. Ja, das passt, klar!, ordentlich boom und kaputt und Soundtrack dazu, blablabla. Und obwohl in letzter Zeit öfters mal versucht wurde, den Begriff Post Black Metal zu kultivieren, hat man nie etwas von post-apokalyptischem BM gehört, richtig? (ok, wahrscheinlich schon, aber diesem Text is dat wurscht!) Was also, wenn dich jemand bei ner Tass' Kaff' mit Caramel fragt „Was ist denn so der POSTapokalyptischste BM, den du kennst? So Ödland, alles kaputt, so Atombumm oder was Alternatives und so…“ Ja, was dann, Gelehrter? Ein Post-X und kein Beispiel? Dabei gibt es das doch: klar, Vagézaryavtre – tadaa! So… und dann sag ihm (denn es wird seeehr wahrscheinlich kein Girl sein, mit dem du diesen romantischen Plausch hältst), dass, wenn er glaubt, verwandte Bands der „Les Légions Noires“–Brut wie Mütiilation, Vlad Tepes oder Belketre hätten schon ordentlich an der P.-A. geschnüffelt – Lo-Fi-Ästhetik dumdidum – sag ihm, dass diese Bands nicht bedacht haben, dass nach der Apokalypse aus unerfindlichen Gründen DISTORTIONpedale tot sind! Und deswegen sind sie nicht p.a.-isch. Ganz einfach! Und außerdem haben besagte Bands keinen Sound der von einem(1) Endzeit-Troubadour im Alleingang fabriziert werden kann (vorausgesetzt natürlich, dass es nach der Apokalypse Troubadoure mit derart wenig Luxusproblemen gibt, dass sie sich immer noch albernen Misanthropismus leisten können…).
Vagézaryavtre erfüllt diese Bedingungen mit Bravour: die Tracks könnten problemlos von einer Person in einem Take live eingespielt worden sein, wobei ich den Gedanken viel verlockender finde, dass das Kid, das sich damals (Mitte 90er) Vorlok Drakkstein genannt hat, in Overdubs aufgenommen hat, weil er technisch einfach nicht in der Lage war, gleichzeitig die ultraprimitiven Riffs auf seiner beschissen verstimmten Gitarre zu spielen und auf der Bassdrum Viertel durchzutreten. Awww, merde!, isch komm an dähr Stellö immähr ’aus! Verrdamm’! he-he… und wisst ihr was? Das würde meine Wahrnehmung Mr. Drakksteins als Genie in keinster Weise ändern! Im Gegenteil! Ich spiele ehrlich gesagt mit dem Gedanken, jedes Vorlok-Release, das ich im Netz noch irgendwie zusammenkratzen kann, zu reviewen, weil der Typ einfach ein sonic genius war! Ganz besonders für seine Arbeit mit Vagézaryavtre und der Band Brenoritvrezorkre, letztere ein Trio mit einem Drummer, der in manchen Tracks klingt, als habe er noch nie einen anderen Schlagzeug-spielenden Menschen gehört und sein Kit nach missverstandenen mündlichen Instruktionen beackert, mit dem Ergebnis, dass es (stellenweise) wie ein Ensemble Hand-Trommeln klingt. Aber diese auditiven Genüsse spar ich euch für's nächste Mal auf. Nicht verschwenderisch werden!
Vargézaryavtre @ myspace
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