No idea!

Dienstag, 25. November 2008

Vagézaryavtre - Tsaévarya Vagézaryavtre [1996, Demo]

Erster Black-Metal-Post – check!! Die bis heute verstrichene Zeit, die mich wie'n untrve'n Poser aussehen lässt, soll nun durch ordentlich Weirdness kompensiert werden:
Ich denke, jeder, der sich in irgendeiner Form mit der verklärtest-schwärzesten Form d. Rock beschäftigt, ist in Reviews schon mal über das Apokalypse-Klischee gestolpert. Ja, das passt, klar!, ordentlich boom und kaputt und Soundtrack dazu, blablabla. Und obwohl in letzter Zeit öfters mal versucht wurde, den Begriff Post Black Metal zu kultivieren, hat man nie etwas von post-apokalyptischem BM gehört, richtig? (ok, wahrscheinlich schon, aber diesem Text is dat wurscht!) Was also, wenn dich jemand bei ner Tass' Kaff' mit Caramel fragt „Was ist denn so der POSTapokalyptischste BM, den du kennst? So Ödland, alles kaputt, so Atombumm oder was Alternatives und so…“ Ja, was dann, Gelehrter? Ein Post-X und kein Beispiel? Dabei gibt es das doch: klar, Vagézaryavtre – tadaa! So… und dann sag ihm (denn es wird seeehr wahrscheinlich kein Girl sein, mit dem du diesen romantischen Plausch hältst), dass, wenn er glaubt, verwandte Bands der „Les Légions Noires“–Brut wie Mütiilation, Vlad Tepes oder Belketre hätten schon ordentlich an der P.-A. geschnüffelt – Lo-Fi-Ästhetik dumdidum – sag ihm, dass diese Bands nicht bedacht haben, dass nach der Apokalypse aus unerfindlichen Gründen DISTORTIONpedale tot sind! Und deswegen sind sie nicht p.a.-isch. Ganz einfach! Und außerdem haben besagte Bands keinen Sound der von einem(1) Endzeit-Troubadour im Alleingang fabriziert werden kann (vorausgesetzt natürlich, dass es nach der Apokalypse Troubadoure mit derart wenig Luxusproblemen gibt, dass sie sich immer noch albernen Misanthropismus leisten können…).
Vagézaryavtre erfüllt diese Bedingungen mit Bravour: die Tracks könnten problemlos von einer Person in einem Take live eingespielt worden sein, wobei ich den Gedanken viel verlockender finde, dass das Kid, das sich damals (Mitte 90er) Vorlok Drakkstein genannt hat, in Overdubs aufgenommen hat, weil er technisch einfach nicht in der Lage war, gleichzeitig die ultraprimitiven Riffs auf seiner beschissen verstimmten Gitarre zu spielen und auf der Bassdrum Viertel durchzutreten. Awww, merde!, isch komm an dähr Stellö immähr ’aus! Verrdamm’! he-he… und wisst ihr was? Das würde meine Wahrnehmung Mr. Drakksteins als Genie in keinster Weise ändern! Im Gegenteil! Ich spiele ehrlich gesagt mit dem Gedanken, jedes Vorlok-Release, das ich im Netz noch irgendwie zusammenkratzen kann, zu reviewen, weil der Typ einfach ein sonic genius war! Ganz besonders für seine Arbeit mit Vagézaryavtre und der Band Brenoritvrezorkre, letztere ein Trio mit einem Drummer, der in manchen Tracks klingt, als habe er noch nie einen anderen Schlagzeug-spielenden Menschen gehört und sein Kit nach missverstandenen mündlichen Instruktionen beackert, mit dem Ergebnis, dass es (stellenweise) wie ein Ensemble Hand-Trommeln klingt. Aber diese auditiven Genüsse spar ich euch für's nächste Mal auf. Nicht verschwenderisch werden!

Vargézaryavtre @ myspace

Freitag, 21. November 2008

FNU Ronnies

Shit, das hier macht's meinerlei geschmacklichen Verfasstheit echt einfach: Die FNU Ronnies sind 'ne Band, die dick in der Tradition des guten alten Sci-Fi-Punk stehen (alten Sci-Fi? Jahaha, so weit ist es mittlerweile gekommen! Die Zukunft ist der Nostalgie ausgeliefert!): ihre Sounds beziehen sich ohne Umweg auf die Wasteland-Psychedelia der ersten Chrome-Platten: nach diesem Schema abrasiven Futurismus’ wird hier ordentlich mit Einsspielungen, Geräuschen etc. hantiert. Jeder Track ist zu ’nem gewissen Grad Kollage. Wo allerdings bei der Rockseite Chromes der väterliche Einfluss der Stooges massiv im Vordergrund steht, kriegen wir's bei den FNU Ronnies auch noch mit anderen Asozialismen zu tun: Vocals, die hammerprozessiert ihre Lyrics in Black Metal-ähnlichen Distortionwolken zersplittern lassen, First-Gen-HC und hier und da auch mal nicen Sludge á la Brainbombs. Die Boys haben bis jetzt ne offizielle 7inch – Meat – draußen und noch ein paar CDrs. Checkt myspace for upcumming.


FNU Ronnies @ Myspace

Sonntag, 15. Juni 2008

SG Teenybopper continued...

Hab'n schönes .gif gemacht... es heißt Beth...

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Samstag, 14. Juni 2008

Shitgaze Teenybopper

ich so gelesen „TNVs Beth hat sich in England die Haare schneiden lassen (Alter! KURZE HAARE!!!!! NEUER STYLE!!!!!! PHAT!!!!!)“. Ers’ma direkt auf die Myspace Seite gegangen und was seh’ ich da? NIX! KEIN menschliches FLEISCH, geschweige denn Haare, geschweige NEUER STYLE! War dann voll enttäuscht (klar!).

Montag, 2. Juni 2008

R.I.P. Bo Diddley

ich kann hierüber einfach nichts schreiben. Ein menschliches Monument ist mit 79 von uns gegangen.

Mojo is dead.









Ich muss jetzt alleine sein...

Freitag, 30. Mai 2008

Pink Reason - Borrowed Time 7" [2008, Fashionable Idiots]

Endlich ma’ wieder ’ne neue Pink Reason Platte! Falls dieses Wortdesmundes nicht das erste deine Ohrbongo streichelndes ist, wirste vielleicht in Diversiana gelesen haben, dass es sich hierbei „endlich um eine Repräsentation ‚der lauten Live-PR’ handelt“. Kurze Info für Nicht-Kenner: Auf den bedeutsamen Brettchen hat PR bzw. Personalunion Kevin Failure keine Verträge mit Kongruenzproblemen, sprich: er versucht erst gar nicht den Sound der Pink Reason Platten zu replizieren. Man sollte allerdings anmerken, dass dieses Release nicht der erste die beiden Welten vereinende Kunststoff im PR-Universum ist. Letztes Jahr erschien neben dem Lieblingsalbum Cleaning the Mirror [Siltbreeze] auch noch ein höchstfeines Kurzspiel mit dem A-Titel By a Thread und wer PR mal live sehen durfte, weiß, dass das Ding dort nicht nur gerne in Vollständigkeit aufgetischt wird – inkl. „Klatschpublikum“ zu The Devil Always Wins, toll! –, sondern dass das auch zu Hause in der Tat so klingt wie lebendig. Dufte 7inch, wo wir gerade dabei sind…

Bei Borrowed Time handelt es sich oben druff (auf: „laut“) um eine Hommage an den kürzlich verstorbenen, russischen Punk-Barden Egor Letov, in Ewigkeit vor allem für sein Projekt/seine Band Grazhdanskaya Oborona (GrOb) honoriert. Der Mitte der 80er bis Anfang der 90er übertrieben produktive Letov (danach degressierte die VÖ-Dichte ein wenig) ist im Rückblick vor allem für seine unter politischer Verfolgung entstandenen DIY-Releases geschätzt, die in vielen Fällen auf geliehenen Maschienen eingespielt wurden. Eines der besten und wohl auch oft zitiertesten ist dabei sicherlich Fsyo Idyot Po Planu (Alles läuft, wie geplant) von 1988. Für Borrowed Time hat Failure die Akkordprogression des Titeltracks adaptiert und zollt so in ewiger Muckerliebe seinem Vorbild Tribut – Letovs Musik war schließlich a) diejenige, durch die Failure während seiner frühen Jugend in Sibirien (mehr dazu im Pink Reason Interview in Z-GUN #1 und hier) sein Nervensystem auf Gitarrespielen gepolt hat, und b) die persönliche Blaupause für PR’s Aufnahmeästhetik (a.a.O.).
So, wo waren wir? Letov, Sibirien, lernen, Akkorde… stimmt! Akkorde! Nicht nur die Akkorde hat sich Herr Failure geschnappt. Zu allererst und vor allem liegt hier eine Zelebrierung der Klangfarbe von Letovs GrOb-Gitarre vor, deren Sound gar nicht so weit von dem Zeug entfernt ist, das sich ein paar Jahre später in Proberäumen norwegischer Pubertierender auf Death-
n-Hate-Trip abspielen sollte: Frost und Billig-Booze sind halt nicht nur in Skandinavien außermusikalische Impulse, die man gerne annimmt. Ach ja, ’ne B-Seite gibt’s natürlich auch noch: Scared Shitless spielt vor demselben Kreissägen-verhangenen Horizont, nur dass in Roadrunner-mäßiger Manier (Modern Lovers, nicht Bo!) draufzugebrettert wird.

Man erzählt sich, dass die nächste LP auf Siltbreeze „neueres“ Material bieten wird, das durchaus gewisse Differenzen zu dem Stuff aufweist, den man vor allem auf der ersten 7inch und Cleaning zu Gehör bekam. Bis dahin warte ich in nackter, mich streichelnder Verzückung, ob das hier dasselbe „Neu“ ist…

Pink Reason Myspace

Freitag, 16. Mai 2008

Lietterschpich Diet / Cadaver Eyes / Puma live @ Kulturbunker Mühlheim, Köln, 07.05.2008

„Mal seh’n, wie wenig Leute heute kommen…“

Is’ dir dieses Sätzchen mal durch deine zerebralen Zyniker-Kanäle geplätschert und bist du dazu noch Kölner, stehen die Chancen nicht schlecht, dass du mutiges Freundchen den weiten Weg ins Kulturghetto nach K-Mühlheim auf dich genommen hast, nur um dir – oh mein Gott! – eine Band anzuschauen. „Waaas? DAFÜR? SO WEIT??“
Dieses Mal war’s allerdings auch für meine eigentlich nicht so zarten Saiten ein bisschen viel, dass zwei Bands vor 4 Leuten spielen müssen, die ganz schön vielen schlauen Kennertypen einfallen, wenn das Wort „Metal plus X“ fällt. Selbst wenn dein Album weltweit gefeiert wird (LD) und du bei WFMU Radiokonzerte spielst (CE): im Bunker, wenn das Licht ausgeht, biste alleine! Das mittlerweile x-te Trauerspiel in dieser Kiste und wenn du nicht ausschließlich auf Merzbow-Konzerte gehst, weißte ja sowieso Bescheid. Man könnte auch sagen: „Israel wird 60 und keiner geht hin.“ Aber bevor ich DA drauf eingehe, schnellschnell zur rettenden Musik. Los!

Hier ist, was du verpasst hast:
Den Anfang machten PUMA aus Norwegen. Ihr Ding basierte auf einem soliden Free Rock Fundament, das während eines bisschen zu langen Sets die Zehen in die Gewässer Jazz (v.a. Drums), Death/Thrash und Noise eintauchte. Durchaus inkonsistent und nicht gerade megamäßig fokussiert war das Set allerdings nicht völlig frei von positiven Überraschungen. Pose-itiv (aua!) war vor allem der Typ an den Keys/Electronix (ich glaube, Stian ist sein Name): Punk-Kid goes morbide Industrial-Marionette goes crayzay and plays horror shit, indeed! War echt o.k., es wurde zwar kein Verstand geblasen, ’s war aber dopey! Next…

CADAVER EYES. Jungejungääh!!! Gestoppte Intensität. Echt jetzt! Das Set wurde tatsächlich von einer riesigen, in den Hintergrund projizierten Stoppuhr(!) überwacht, gerahmt und dann schließlich auch beendet (Wat’n sonst?). Jedem, der sich mal nach „dem Ende“ gefragt hat, ist doch mal die Möglichkeit in den Sinn gekommen, eine beliebig gewählte Zeitspanne zu wählen, einfach weil es keinen Sinn macht, und so halt im schicken Gegensatz zum In- und Ge-halt steht. Halt. Musikalisch wurde dieser arbiträre Eimer mit einer CE-Version gefüllt, die im Verlgeich zu dem Kram, den sie beispielsweise auf ihrer großartigen Split mit Burmese verzapft haben und auf deren Material auch dieses Set basierte, eine gehörige Spur nackter daherkam. Vor allem die vergleichsweise runtergeschraubte Abrasivität – Davids Vokals waren unverzerrt und Erans Sounds kamen weicher und schwüler – konnte auf der Intensitätsseite ordentlich Pluspunkte besorgen. Ich müsste mir die Finger zu Stumpen tippen, um die emotionale Kraft dieses Sets zu erfassen, nur um danach unweigerlich zusehen zu müssen, wie Zeile auf Zeile den Lemmingtod ihres Sinns stirbt.
Sound: die klangfarblich meist ultra-minimalen Sounds, die Eran aus seinem No-Input-Mixer-/Sampler-Setup holte, waren so etwas wie die perfekte Melange von Noise, Doom und Dub, wenn perfekt bedeutet: „dein Hirn zermürbend und im Angesichte dessen dir Endorphinschübe verpassend“. Davids Schlagzeugspiel und auch seinen Gesang hingegen kann man sich so vorstellen, dass er Material der Split zu rhythmischen und lyrischen Zellen extrahierte, und so die Macht des Kontextes über Erans Doom-Noise Sounds ausübte. Schlägelnde Mittelchen und Wege bestanden aus diversen Fragmenten der Doom- und Grind-Welt und die Lyrics
aus kombinierbaren Fragmenten zu Themen wie Soldaten-Dasein und rechtes Israel, wie er mir später offenbarte, nachdem ich ihm versucht habe zu erklären, dass er in seiner martialischen Verzweiflung klang wie ein depressiver Samurai. Wenn er auf unverkennbare Art vielleicht schon 1000fach gehörte Zeilen wie „You are the ones who make me fucked up!“ rausbrüllt, findest du keine Luxusmisanthropie, kein pseudo-depressives Rumquängeln vor, sondern schlicht und einfach eine profunde Kombination aus blanker Wut und trauernder Verzweifung, die einen ordentlichen Schiss auf Eloquenz gibt. Das klingt cheesy und old-hat. Über Black Sabbath wurde schon ähnliches behauptet (gut, ohne das „profund“…), aber was willste machen? Kommen wir zum Headliner:

LIETTERSCHPICH DIET sind eine auf Trio geschrumpfte Version der Bis-zu-9Mensch-Audio-Visual-Großgruppe Lietterschpich aus Jerusalem. Diese abgespeckte Besetzung besteht aus Kadaveraugen David und Eran erweitert durch den genialen und ultra-duften Vokiller Rani. LD zeichnet, trotz der klangfarblichen Ähnlichkeiten, eine von CE zu unterscheidende, strukturell offenere Herangehensweise aus, die weniger den Fokus auf kombinierbare Sinneinheiten legt, als auf die kollektive Entwicklung eines sich wandelnden Stroms. Der Musik LDs stellenweise gar durch scapige Gefilde wandernd liegt eine von CE’s Hermetik komplett zu trennende Dramatik zu Grunde. Rani begann das Set als in gelb getauchter, schmatzend atmender Dämon (nein, nicht verkleidet!), bevor das Set zu einem Noise-Doom-Black-Monster wurde, das sich ma’ gewaschen hatte. Unglaublich, was da aus dem Hut gezaubert wurde! Wo kommen bloß diese ganzen Ideen her? Styles werden stranguliert und in die Luft gejagt und dann joint David das erste Mal mit seinem unverkennbaren Gesang und shoutet unter Ranis effekt-durchtriebenen Vokals verfickt noch eins Zahlen von „1“ beginnend in unterschiedlichen Sprachen!! Ab hier war ich dann auch nur noch am Boden und wahrlich blieb mein Aug' nicht trocken. Mit diesen Nummern als geordneten, lehren Behältern trat die Offenheit LDs, die sich musikalisch eher in struktureller Hinsicht manifestiert, lyrisch in den Raum der bedeutungsgeschwängerten Abstraktion. Du musst wissen, David is’ da super-straight: ausschließlich Zahlen, immer strikt aufsteigend! Eine rein solipsistische Assoziation folgt auf die nächste – nach dem strengsten System ever. Entkommen ausgeschlossen. Großartig! Es hätte eigentlich nie enden dürfen. Sofa, Arm abbinden, und ein Schuss von diesem herrlichen Blackened Noise mit Zahlen. Und: wälzen in unendlichem Sinn ohne Ende, ohne Sinn…

Lietterschpich
Cadaver Eyes
Puma

Dienstag, 6. Mai 2008

Meth Teeth 7" [2008, Sweet Rot Records]

Fuckin’ long a-time ago I started a Blawwg... Sorry Kinder, die Vernachlässigung ist vorbei! Jetzt ist Disziplin 2.0 angesagt!

Meth Teeth… Hätte mich jemand gefragt, was meine Fühler hinter diesem schmuckvollen Gewand orten, würde mein Scheren-flankiertes Maul vermutlich in fröhlicher Verzückung, ob des zu erwartenden White Trash Segens, „Skull Music“ in die Welt hinauskreischen. SM ist eins dieser Fürwörter, das gerne verwendet wird, um Checkern guter, alter Styles ihr verdientes Dächlein zu schenken – denn jeder Mensch verdient sein Dächlein! Zum ersten Mal begegnet ist mir der Begriff auf der Seite des manchmal doch verdammt prophetischen Avant Gut Labels Load Records, das mit Babylon Rules von Clockcleaner vielleicht DIE Skull-Platte überhaupt ’rausgebracht hat. Stilistisches Einzugsgebiet: 90er-Asi-Eitersack-Noise-Rock à la AmRep und/oder Brainbombs. [Anm. d. Autors: Scham ad infinitum bedeckt mein ohnehin bedecktes Haupt, wenn ich anno 2009 feststellen muss, dass mir 3 oder mehr Sätze zu SM, einem der zugschwächsten Nomenunfalls des Jahrzehnts, rausgerutscht sind. Gelobe Besserung.]

MT sind allerdings keine Followers of That Sleazey Blawp wie oben erwähnte Clockcleaner oder wie auch die Pissed Jeans und Homostupids, sondern eine Folk-Rock-Band. Jawohl, Folk-Rock... das Emo der 60er. Naja, heutzutage ist Folk-Rock natürlich kein gehasster Terminus mehr, der für Sellout und Authetizitätsverlust steht, nein!, die Zeiten des Taubenlochs sind vorbei. Kein Wunder, weist die Bezeichnug doch im Vergleich zu in der Zwischenzeit begangenen begrifflichen Übeltaten eine fast schon wissenschaftliche Präzision auf. Und als sei das nicht genug, haben sich die Kritischerdenkenden da draußen in den letzten 40+ Jahren unheimlich viel Zeugs ausgedacht, um sich im Angesichte einer elektrisch verstärkten Gitarre nicht gleich ihre Tweedhöschen vollmachen zu müssen. Wäre ja auch zu schade…

Bus Rides. Gute Platte, diese ist! Der Titeltrack = Opener der Seite des A hält den Volksrock ersma’ auf Distanz. Meth Teeth inkorporieren nämlich gerne mal (und das vor allem in diesem Track) das ein oder andere über gewöhnliche Stimmung hinausweisende Skronk-Element in ihren Schellenring-Heavy-Folk-Punk; ergo Gitarren im Verse A1’s, die eher wirken wie die Gongschläge, die den derbe berauschenden Spaß hier einläuten sollen. Die Harmonik weist in dem Track noch eine dissonantere Qualität auf, die im Laufe der 7inch zunehmend klassischen Folk-Konstrukten weicht. Track 2: Unemployment Forever (No Future im Down-Home-Gewand?) schraubt den Americana-Anteil signifikant in die Höhe. Grandioser Lyserg-Blues, in Strophe dunkel lungerndes Folk-Motiv untermauert von naseweisen Surf-Chords immer schön ufffe Eins und ein Quasi-Chorus aus einem jubilierenden Blues Lick, immer endend auf dieser aufregenden fuckebendeten(???) Bassnote. Ordentlich hysterische Drums nehmen keine Gefangenen. Buff Buff Buff Buff Klirr Klirr Klirr Klirr.
Somit drehen wir freudend
urchzuckt den kleinen Bastard um. Die B-Seite legt den Schwerpunkt noch mehr auf Das Volkige der MT. Mal ganz davon abgesehn haben sich die beiden B-Liedchen in den letzten Wochen mit einer Vehemenz in diejenigen Hirnsphären gebohrt, die dafür zuständig sind, „da draußen“ „Welt“ auf „Abstand“ zu halten. Mein inneres Bienchen Summsummsumm (ich kann nicht glauben, dass ich das schreibe!) wollte lange Zeit nichts anderes von sich geben, als allerlei Klanggut dieser Seite. Style setzt sich wie auf Seite Eins zusammen aus simplen akustischen Folk-Motiven, immer schön präsenten Schellen(yeah!), Delta-Blues-Kram, halluzinogene Rumble-Surf-Derivate und den durch-shittiest-Gitarrenamp-Vox. Während die letzte halbe Minute noch so großzügig und verständnisvoll ist, zu klingen, als ob sie selbst auch nicht aufhören will, hoffe ich, dass jemand den Boys für die Aufnahme ihres ersten Longplayas die 2 Mikros leiht, nach denen sie heute so freundlich in einem MySpace-Bulletin gefragt haben.
http://www.myspace.com/methteethmusic

Mittwoch, 16. April 2008

Eat Skull – Dead Families 7" [2008, Skulltones]

Für all die Boys und unvernünftigen Girls, die sich im investigativen Unterwegssein im Undergroundtagesgeschäft verstehen und es gerne im Brustbeutel spüren, wenn sie Qualität einkaufen (Scheiß auf die Seychellen!), ist eiliger Ratschlag fällig, sich nach einer Band umzuschauen, die auf den den sympathischen Namen EAT SKULL hört. Dead Families – ihre zwoite 7inch – war innerhalb eines dann doch verdammt schnell vergehenden Tages ausverkauft, was natürlich zu wunderbar anschaulichen Ebay-Geboten geführt hat („nur noch Idioten kaufen Platten“ höhö). Ein Longplayer auf Siltbreeze folgt außerdem. Das ist kulturelles Kapital, bei dem naive x-zehnjährige anfangen, an Ruhestand zu denken! Doch bevor auf die verwöhnte Szene im Spotlight losgerotzt wird, sollte das Thema schnell in Richtung Musik verlagert werden, denn in diesem Bereich regiert Dead Families durchaus!
Verantwortlich dafür ist wohl die Tatsache, dass es sich bei Eat Skull keinesfalls um x-beliebige Huckepackbazillen handelt, die gemerkt haben, dass man mit Boombox-Aufnahmen im Moment mehr wirkliche Aufmerksamkeit einheimst, als durch groß inszenierte Sachen mit Kruzifixen. Nein, wir haben es hier mit jemandem zu tun, der durchaus weiß, wie man „Dues“ blecht: Rob Enbom, Gitarrasingsang in Eat Skull, Mitglied der aktuellen Inkarnation der großartigen Hospitals, ehemals auch bei Gang Wizard und in der Lambsbread-Clique in Delaware unterwegs – wo er oben druff noch ’ne Band mit Beth von Times New Viking startete. Heißt: teilt sich Dope, Equipment und Girls mit so ’ner Art Traumclique und ist vor allem an einem Projekt beteiligt, für das oben genannte Bands gerne pseudo-enzyklopädisch in Strichpunktlisten aufgeführt werden: Der Dekonstruktion Des Rock. Von mir sind keine Stottereien zu diesem Thema zu erwarten, das so beschissen laaaaaaaaaame ist, dass ich das lieber Vampire-Weekend-Typen aus gutem Hause überlasse. Is’ auch voll egal, da es im Falle von Eat Skull keinerlei Rolle spielt. Was einen hier erwartet, sind eher Hochdruckgebläse im Wenigakkord-Sinne VUscher Provenienz, denen etwas anhaftet, was man im interessanteren des derzeitigen Garagen-Rock-Geschehens durchaus häufiger beobachten kann: überraschende Sorgfalt in der Wahl der eigenen Mittel gepaart mit einer verkehrten Form handwerklichen Könnens. Auf den ersten Blick mag eine Platte relativ uninteressant klingen, da man sie recht fix wegsortiert kriegt: klingt wie Band XY oder obskurereXYfürdiecredibility mit der Aufnahmequali von Times New Viking/Psychedelic Horseshit, das Leben ist so langweilig, blablabla. Erstens muss man jedoch wissen, dass oben genannte Imo-Regenten des Rockglobus den Shit nicht erfunden haben und man außerdem durch derartige, vermeintlich hippe Oberflächeleien mit
Dead Families ’ne astreine Single verpassen würde, bzw. gleich aufhören kann, Rock zu hören. Beginnend mit diesem wunderbar unheilvollen Orgel-Blast, reicht ihr tatsächlich vorhandener Spannungsbogen von durch Nebel von Sister-Ray-Abrasivität immer wieder durchscheinenden alten Bekannten der poppigen 60er („Dead Families“) über dem Negative Approach folgende Brutalität („I’m Insane“) hin zur schmaltzy Auflösung-in-Hymne, die verdammt nochmal „No Intelligence“ heißt. Sujet sollte allein durch die Titel klar sein.
Also, sollte die Repress-VÖ auch am verkatertsten Scheißmontag deines Lebens sein: schlepp dich vor den PayPal-Account, es wird sich lohnen.
http://www.myspace.com/eatskull

Samstag, 12. April 2008

Diet Cola – Early Learning 7" [2008, armyofbadluck]

Es ist echt nicht cool, über diese Band zu schreiben. Warum? Das Cover is ’n Tacken zu stylisch, ’n Typ von Deerhunter is’ in der Band und außerdem könnte man sie in die übelst dämliche Schublade stecken, die wahrscheinlich in den letzten Jahren aufgemacht wurde: man nennt es Shitgaze, Practice Rock und hat noch viele andere schlimme Bezeichnungen dafür. WEIRD PUNK?! Nicht dein Ernst! Das ist so dermaßen armselig, dass der NME ’n verdammten VICE-Typen angeheuert hat, um darüber zu schreiben, verstehst du?!
Also, scheißen wir gemeinsam auf ein Genre, das sich Kerle ausgedacht haben, die ihre luziden Marketingstrategien gerne im Deckmantel des Journalismus unterbringen, dabei nicht merken, dass sie lediglich indifferente Indie-Idioten bedienen und Satans Schwanz ihre Mandeln röstet. Das ist nicht unser Thema – keine Angst!
Review startet... JETZT: Keine Ahnung, wo Diet Cola her kommen und was die sonst schon so gemacht haben. Der Deerhunter-Link muss reichen. Rest musste selber checken! Wofür ist schließlich alles vernetzt? Damit ich dir den Kram raussuche? Nee...
Diet Cola. Doofer Name. Also, hab ich die Band (of course) direkt ausgecheck. Ihre Single is’ ’ne komplett auf geilo gepolte Mixtur aus rumpelnden Beats, krachigen Cymbals, hysterischen Vocals und vor allem Synthies direkt aus den Dungeons unserer verschwendeten girl-o-phobischen Kindertage. Dazu im Allgemeinen: Gimmicks galore in Klang und Struktur.
Nachdem die Speed-freak-Keys nicht wissen, ob sie sich über dem Riff von A-Seiten-Opener „Early Learning“ Weltraumschlachten liefern oder Gruselsounds und Sirenenportamenti rauswürgen sollen, wird mit dem Synth-Break (jaa, dies ist eine Synth-Punk-Platte!) ziemlich genau in der Mitte der erste wirkliche Geilo-Punkt erreicht – Spannungsaufbau total auf Coolness im hirnamputierten Sinne gebürstet. In der folgenden Explosion entlädt sich das Ganze dann in einem Hauptriff, das jederzeit kurz davor ist, im Gesamtsound unterzugehen. Ihr seht: Classic lofi tactixxx! „Wicked Witch“ ist fast der Comic-lastigste Track der 7inch, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass er eine verdammte Horror-Lullaby-Bridge hat, in der Pseudogruselsingsang lediglich durch Analogsynthieglocken(!) untermalt wird. Das B-Movie-Kerker-Ding wird auch mit „Sick Modern“ auf der B-Seite weitergeführt, allerdings wird dir nach ner Minute ein 5sekündiges Blues-Hardrock-Unisono von Zerrvokals und Leadgitarre aufgetischt. Phat! Auch der letzte der 4 Tracks kommt nicht ohne Zwinkereinwurf aus. In „Anything Poisonous“ ist das ein unglaublich dämlicher Düsterballaden-Bit mit den Zeilen „A-ny-thing / To poi-son us“. Voll keine Ahnung, was der oder die Kerle sonst so singen und ob ich mich in ein paar Monaten noch an die Band erinnern kann, will ich gar bezweifeln. Du bekommst hier ne ordentliche Portion Spaß aber nichts, weswegen du wen wecken musst.
http://www.myspace.com/diedietcolala

Das hier geht an Euch!

Hey Leute, ein paar Worte zu diesem Teil hier:
Ich hab schon länger die Idee mit mir rumgeschleppt, einen dieser doofen Blogs zu starten, um mich dem Thema zu widmen, das so ziemlich 80% meiner Wachzustände bestimmt: Mooseek. Jawohl. Und das (zumindest zumeist) auf fuckin’ streeeeeeet level, maihnn! Der Grund, warum ich allerdings nicht sofort nach dem ersten Lesen eines mich jenseits von Glauben und Tod inspirierenden Blogs angefangen habe, meine Grauzeller in einem Anfall von Hirn-Hand-Augen-Koordination zu jedem Thema, was mich in vermeintlich hippen Foren/Blogs/Mags und anderen Empfehlungsumschlagplätzen und Diskussionsmöglichkeitchen gleich doppelt penetrierte, zu entleeren, war das Auf-den-Plan-treten eines alten Trinkkumpanen. Leerer Blick und die Frage: „W.a.r.u.m.?“ Immer, wenn dieser Sack Kacke auftaucht, gehen Monate meines Lebens dafür drauf, mir immer und immer wieder dieselbe Frage zu stellen, ohne auch nur ansatzweise einem Licht, ’ner Bahnhaltestelle oder ’ner Flasche Wasser näher zu kommen. Repetitive Muster so ätzend wie der schreienede Crescendo-Onkel, der mir bis zu meinem 12. Lebensjahr in der heimischen Heia immer wieder im Döszustand einen Besuch abstattete.

Gleiche Sache mit den Blogs: „Warum?“ Du kennst die Argumente: jederschreibtjetztseinleereshirntrockenundverpestetdieschlaueluftundsorgtdabeifürevilco²undblablablablabla. Das ist das conscious-Feulletonisten-Argument. Außerdem – und das war eher mein Prob – gibt es so unfassbar viele, großartige Leute, die die „Szenen“ direkt vor ihrer Haustür haben, vernetzt in und durch Kumpelhaftigkeit, scheinbar eine Standleitung zur großen, wunderbaren Mundpropaganda besitzend, die dann doch das Wahre ist. Was will man da ausrichten? Auf englisch zu schreiben und so einen Beitrag zum globalen Underground-„Diskurs“ zu liefern, konnte für mich nie ernshaft zur Debatte stehen.
Problem #2: Im Heimatterritorium Deutschland gibt es leider keine brauchbaren DIY-Strukturen, für die es sich lohnen würde, seinen Native-Senf in Form eines Suchmaschienen-Entries einzusetzen. Es gibt in der Tat Bestrebungen und gute Leute. Ich habe sie gesehen! Allerdings macht das Unterfangen einen alles andere als fidelen Eindruck. Es wirkt eher durch importierte Lebenserhaltungsmaßnahmen aus den kreativen Imperien dieser Welt künstlich am Leben gehalten. Versteht mich nicht falsch! Ich habe nicht vor, mich über die Kümmerlichkeiten deutschen DIYs auszukotzen. Das wäre dämlich und gemein! Aber dazu mehr, wenn ein konkretes Objekt vorliegt.

Warum liest du trotzdem diesen Mist?
1.) Wer zur Hölle gibt ’n Scheiß drauf, ob unser intellektueller Melmac explodiert, weil zu viele Idioten ihre Heißluftgebläse anschalten? Ist wahrscheinlich das Beste, was uns passieren kann!
2.) Punkt Numero zwei wird von mir schön nüchtern und mit der nötigen Portion Manieren präsentiert, weil ich keine Lust habe, wie ein dämlicher, abgefuckter Teenager im Krieg mit sich selbst zu wirken. Also, zweiter Grund lautet: aktuelle Situation der Musikschreibe in diesem s***** ********** ********. Understand?
3.) Ich liebe Mooseek nicht, weil sie neu oder sowas ist und so will ich auch über sie schreiben. Es gibt keine innovative Musik. Namedropping? Obsolet. Ich find das recht fresh und anders.

So, ich fürchte ein widerlich prätentiöses Stück Scheiße abgeliefert zu haben und kann Euch somit beunruhigt in meine nichtsnutzenden „Recommendations, Rants and Ravings“ entlassen. Funfun-funfun-funfunFUN!